Es ist auch 20 Jahre nach dem Mauerfall noch so, dass im Osten Deutschlands und Europas ein großer Unterschied besteht, wenn es um Lohn und Gehalt geht. Deshalb verlagern viele Unternehmen ihre Produktion in den Osten Europas. Denn die Kosten und Einnahmen sehen da nun mal besser aus.
Wieso ins Ausland verlagern?
Bis jetzt war Offshoring noch nahezu unbekannt. Aber seitdem viele Unternehmen aus Deutschland und dem Rest des westlichen Europa flüchten und in den Osten ziehen, ist das Thema eins der heiß diskutierten in der europäischen Wirtschaft. Denn Deutschlands Produktionsstandorte sind bedroht – und mit ihnen zahlreiche Arbeitsplätze. Aber es ist nun mal so, dass die Firmen in Billiglohnländern einen großen wirtschaftlichen Anreiz sehen.
Sie können ihre Produktionskosten senken und gehen den hier täglichen Tarifdiskussionen geschickt aus dem Weg. Außerdem sind die Länder attraktiv für Firmen, da die Umweltauflagen nicht annähernd so strickt sind wie in Deutschland.
Überschaubare Lohnkosten, niedrige Umweltauflagen und schwache soziale Sicherungssysteme sind der Schlüssel zu einer billigeren Produktion.
Auch einheimische Firmen betroffen
Natürlich ist das ein riesiges Problem für Deutschland. Denn neben den Verlusten etlicher sicher geglaubter Arbeitsplätze ist auch das deutsche Bruttosozialprodukt angegriffen. Die nun Arbeitslosen suchen nach neuen Plätzen, finden aber natürlich keine, da der Markt sowieso schon zu unausgeglichen ist. Somit rutschen ganze Familien in die unteren sozialen Bereiche. Außerdem leiden deutsche Dienstleister, wie zum Beispiel Sicherheitsunternehmen, an der Verlagerung gen Osten.
Auch im Osten beheimatete Firmen sind betroffen, da diese das Monopol verlieren können und fairer Handel so sehr schwierig sein kann.
Allerdings bedeutet es auch etwas Gutes für die Endverbraucher. Die Produkte sind günstiger, da die Produktionskosten gesunken sind und der Transport nach Deutschland aufgrund der unmittelbaren Nähe auch nicht allzu teuer ist.
Dennoch ist das Offshoring eine Idee, die auf Dauer nicht gut ist für Deutschland.